Schweizer-Käse das Butterberg Opfer

Der Schweizer Käse hatte ein schweres Jahr, sowohl im Inland als auch im Ausland. Einmal mehr hat eine internationale Krise und der harte Franken dem Schweizer Käse zugesetzt. Dies ist für die schweizerische Landwirtschaft eine katastrophale Entwicklung. Der Käse sollte die Lokomotive sein und ist es nicht. Der Käse ist eines der wenigen Landwirtschaftsprodukte, die auf den internationalen Märkten wesentlich über dem Weltmarktpreis verkauft werden können währendem Milchpulver, Butter, Zucker, Getreide, Fleisch etc. sich nur zum Weltmarktpreis exportieren lassen.

Der Käse wird vom Bund subventioniert mit der sogenannten Verkäsungszulage von Fr. 0.15 /l, damit wird erreicht, dass der Milchpreis in der Schweiz mindestens diese Fr. 0.15 /l  über dem Weltmarktniveau liegt. Zurzeit liegt der Milch-Preis mit ca.  Fr. 0.65 /l nur knapp die Fr. 0.15 /l über dem EU Milch-Preis.

Das Problem der Milchwirtschaft liegt aber tiefer, dadurch dass der Käse das einzige Produkt ist, das dem freien Markt ausgesetzt ist, wird er bei jeder Krise massiv geschwächt und verliert Marktanteile. Es ist für den Bauern wesentlich attraktiver die Milch in die geschützte Industrie zu liefern, dies betrifft alle Frischprodukte, wie Pastmilch, Butter, Joghurt, Rahm etc. aber auch das Milchpulver. Die Industrie kann aber diese zusätzliche Milch nicht als Frischprodukte verkaufen und produziert Magermilch-Pulver und Butter. Es entsteht der berühmte Butterberg, damit fängt das grosse Jammern an. Die Bauern müssen Mittel generieren um die Butterberge abzubauen, sie tun dies idem sie die Milch mit Abgaben belasten, auch die Milch die zu Käse verarbeitet wird und damit wird dem Käse zusätzlich geschadet. Es wäre eigentlich vernünftiger von Anfang an den Käse zu stützen, damit wären keine Marktanteile verloren gegangen und langfristig wird ein höherer Preis erzielt.

Diese Entwicklung konnte in der letzten Krise beobachtet werden und jetzt erneut, man sieht die Branche ist nicht lernfähig. Es gibt nur 2 Lösungsmöglichkeiten aus diesem Dilemma:

  1. Der Markt wird für alle Milchprodukte geöffnet, damit wird erreicht, dass der Milchpreis sich mit dem Markt bewegt.
  2. Die Verkäsungszulage wird je nach Marktlage flexibel ausgestaltet.

Die Marktöffnung wäre sehr wahrscheinlich die bessere Alternative, aber politisch schwer durchsetzbar. Wobei es eigentlich keine Argumente dagegen gibt, da der Milchpreis heute nur wenig über dem EU Niveau liegt. Es gibt aber einige Argumente die dafür sprechen.

Walo von Mühlenen

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